Menschen auf der Straße, durch die ein Bruch geht

Die Wohnsituation in Deutschland ist schwierig, dies spiegelt sich in der Gesellschaft wieder.

Es ist kein Geheimnis, dass momentan die Wohnungssuche in den Großstädten jeden Bürger vor einige Probleme stellt. Hohe Nachfrage und ein geringes Angebot sorgen für enorm steigende Mietpreise. Unbezahlbare Wohnungen führen zu einem Auseinanderdriften der Gesellschaft, sagen Forscher.

Die Nachfrage für Wohnungen im Stadtkern von den meisten Großstädten ist riesig. Studenten, junge Leute und Karriereorientierte sehen höhere Chancen für sich persönlich im Stadtkern und suchen händeringend nach Wohnungen, zeigt nun eine Studie. Dies sorgt dafür, dass die Mietpreise immer weiter steigen und es bald unmöglich sein wird, sich eine Wohnung in Stadtnähe leisten zu können.

Stadtzentren erlauben nur noch ökonomisch starken Gesellschaftsschichten in die City zu ziehen. Eine Spaltung zwischen Arm und Reich lässt sich dadurch kaum aufhalten.

In den letzten zehn Jahren sind die Mietpreise für neuvermietete Wohnungen in Berlin-Neukölln um etwa 146 Prozent gestiegen. Aus einer Langzeitstudie des Portals “Immobilienscout24” geht hervor, dass die Preise von ungefähr 4,86 Euro im Jahre 2007 auf 11,88 Euro im Jahr 2018 gestiegen sind. Der hohe Anstieg der Mietpreise bringt zudem eine steigende Wohnungslosenquote mit sich. Die Fakten sind drastisch. In den letzten vier Jahren hat sich die Zahl der Obdachlosen in Berlin vervierfacht und liegt nun bei rund 37.000 Menschen (Stand 2018).

Nicht nur die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, sondern auch die zwischen Jung und Alt. Mit einer durchschnittlichen Rente lässt sich ein Leben im Stadtkern kaum ermöglichen. Viele ältere Menschen bangen um einen bezahlbaren Wohnraum für die Zukunft.

So kann es nicht weiter gehen. Junge Menschen in der Stadt und alte Menschen auf dem Land?

Die Bundesregierung muss hier eingreifen und den Hebel betätigen. Es wurden zwar rund 13 Milliarden Euro in Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau, Baukindergeld und Wohngeld gesteckt, dennoch reicht dies nicht aus. Eine Lösung muss her. Es sollen mehr Sozialwohnungen gebaut werden, aber das ist nur der Anfang. Generell soll mehr gebaut werden, um der hohen Nachfrage stand zu halten. Dadurch könnte auch das Problem der hohen Mietpreise Schritt für Schritt in Angriff genommen werden.

Eine momentane Bilanz zu ziehen sei zu voreilig, sagen Experten. Liest man jedoch zwischen den Zeilen, wird schnell deutlich, dass sich die Situation zukünftig verschärfen könnte. Unmut macht sich bei Bürgern breit, die Gesellschaftsschichten drohen auseinander zu brechen, Menschen bangen um Wohnraum und die Mietpreise steigen weiter.

Doch die Regierung hat angekündigt, diese Probleme durch noch mehr Fördergelder, neue Maßnahmen und engere Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land, sowie Privatleuten zu bekämpfen.