Baustelle mit Krähnen

Der enorme Bedarf an bezahlbarem Wohnraum kann durch den Bauboom immer noch nicht gedeckt werden. Verbände der Immobilienbranche kritisieren, dass es insbesondere in den Städten immer noch an den nötigen Flächen mangelt.

Die Wohnungsnot in vielen deutschen Städten kann immer noch nicht eingedämmt werden. Es werden derzeit zahlreiche Wohnungen errichtet, die Anzahl reicht aber immer noch nicht aus um den Bedarf vollständig zu decken.

Laut statistischem Bundesamt wurden in 2018 285.900 Wohnungen fertig gestellt. Dies ist lediglich ein kleines Plus von unter 1 % gemessen am Jahr 2017. Die Bundesregierung hat also wiederum ihr Ziel von 375.000 Neubauwohnungen pro Jahr verfehlt. Zur Deckung des Bedarfs müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft mindestens 350.000-400.000 Wohnung pro Jahr fertig gestellt werden. Das Ziel der Regierungskoalition von 1,5 Millionen Wohnungen während der laufenden Amtsperiode ist bereits in unerreichbare Ferne gerückt. Bei der Anzahl der laufenden Baugenehmigungen ist derzeit noch zu berücksichtigen, dass nicht alle Genehmigungen auch umgesetzt werden.

Der Bauboom in vielen Städten führt jedoch nicht zur Lösung des Problems. Es fehlen immer noch Flächen und die Immobilienpreise steigen in schnellem Tempo weiter. Die Bauwirtschaft kann die derzeitige Auftragslage nicht bewältigen. Dies liegt unter anderem auch am eklatanten Fachkräftemangel. Der hohe Baudruck schlägt sich auch auf die Baupreise nieder. Diese werden später auch das Mietniveau steigen lassen. Langwierige Planungsprozesse und mangelnde Kapazitäten, energetische Anforderungen, kommunale Auflagen und die sehr hohen Grundstückspreise sind derzeit die Kostenfaktoren im Wohnungsbau.

Während des Baubooms nach der Wiedervereinigung wurden mehr als 600.000 Wohnung jährlich errichtet. Die Anzahl ist auf 160.000 Wohnungen nach der Finanzkrise gesunken. Diese Erfahrung steckt der Baubranche immer noch in den Knochen. Fest steht, dass die deutsche Bauwirtschaft die steigende Nachfrage derzeit nicht bedienen kann.

Viele beantragte Baugenehmigungen sind derzeit noch nicht abgearbeitet und die Auftragslage der Baubranche ist weiter gestiegen.

Die Aussichten für den Wohnungsbau sind jedoch gut. Die Lage an den Wohnungsmärkten wird sich langsam entspannen.