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Grafik Viertelkreis

Berlin verliert fast 25 Prozent beim Angebot von Wohnungen mit Mietendeckel!

Erhebungen aus den Daten, welche dem Immobilienportal Immoscout24 vorliegen, führen zu einer ernüchternden Erkenntnis.

Unter dem Druck des "Mietendeckels", welcher Bestandswohnungen mit Baujahr vor 2014 betrifft, ist das Angebot von Juli 2019 bis Juli 2020 um 47,4 Prozent gesunken.

Das Resümee des Geschäftsführers von Immoscout24, Thomas Schroeter, ist deshalb alarmierend:

"Eine Mietwohnung in Berlin zu finden ist schwerer denn je."

Weiße Fassade

Das Hin und Her bezüglich der Verfassungsmäßigkeit des "Mietendeckels" in Berlin dauert an.

Hat noch eine Kammer des Landgerichts Berlin im Frühjahr das Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin (MietenWoG Bln) als verfassungswidrig erklärt, so kam eine andere Kammer desselben Gerichtes in einer aktuellen Entscheidung (LG Berlin, Urteil vom 31.07.2020 - 66 S 95/20) zu dem Schluss, dass dieses Gesetz nun doch verfassungskonform ist.

Dies leitet das Gericht allerdings nur von der anstehenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ab, weil von dort keinerlei Tendenz zu einer Entscheidung zu Gunsten oder eben Ungunsten der Konformität verlautbart wird und solange von der Wirksamkeit ausgegangen werden muss.

Bürogebäude zu vermieten

Eine dem Handelsblatt vorliegende Analyse des ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss), welche sich im Besonderen auf den ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) bezieht, kommt zu dem Schluss, dass die Folgen der CORONA-Krise nun doch auf den Immobilienmarkt durchschlagen.

Durch die gute Entwicklung der letzten Jahre werden die negativen Folgen allerdings abgemildert.

Sorgenkind ist der Büromarkt: während Anfang des Jahres noch Abbau von Leerstand und Anstiege der Mieten prognostiziert wurden, relativieren sich die Aussichten nunmehr.

Mietpreisbremse

Bereits 2015 wurde von der Bundesregierung ein Gesetz durchgebracht, welches die mögliche Erhöhung der Miete bei einer Wiedervermietung von Bestandswohnungen von max. 10 Prozent zulässt.

Dies galt allerdings i. d. R. nur für Gebiete in den und um die Ballungsgebiete, die von den Bundesländern zu benennen und zu begründen waren.

Die Mietpreisbremse wurden von der Mehrzahl der Bundesländer übernommen. Jedoch setzten die Bundesländer dieses in den meistens Fällen nicht entsprechend und fehlerhaft um, so dass bis Ende 2019 in den betroffenen Bundesländern die Bestimmungen oberverwaltungsgerichtlich gekippt wurden.

Mietwohnungen

Nach einer statistischen Erhebung der Immowelt stiegen die Mieten von Januar bis Juni dieses Jahres deutlich im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum.

Hierbei wurden die Daten für Wohnungen von 40 bis 120 Quadratmetern in 80 deutschen Großstädten verglichen.

Städte in der Nähe von hochpreisigen und großen Wirtschaftszentren, wie Offenbach und Reutlingen, verzeichneten mit Werten über 10 Prozent enorme Zuwächse des Mietzinses.

Hier die Angaben zu den deutschen Metropolen, die ebenfalls deutliche Zuwächse zu verzeichnen haben: 

Brandenburger Tor

Am Beispiel der Bundeshauptstadt – Berlin ist Vorreiter des „Mietendeckels – zeigt sich, dass der Eingriff der Politik in die Immobilienwirtschaft nicht nur von Erfolg gekrönt ist.

Tatsächlich ist es so, dass in der Millionenmetropole die Mietpreise sinken, seit vor gut einem Jahr das „Mietendeckelgesetz“ in Kraft getreten ist.

Doch mit welchem Ergebnis?

Nach Angaben des größten Verbandes, dem Berlin-Brandenburgischen-Wohnungsunternehmen (BBU) mit annähernd 700.000 Wohnungen in Berlin (Anteil von 43%), sind die Folgen der Mindereinahmen der Wohnungswirtschaft gravierend.

Altbaufassade

Bundesinnenminister Horst Seehofer, seines Zeichens auch Bundesbau- und Heimatminister, plant einen neuen Eingriff in die Autonomität der Immobilienwirtschaft.

Unter dem Namen Baulandmobilisierungsgesetz liegt den Verbänden nunmehr ein Entwurf des Innenministeriums vor, welches die Umwandlung erworbener Mietwohnungen in Wohnungseigentum deutlich erschweren wird.

Der Entwurf sieht vor, zur Erreichung eines höheren Angebotes an bezahlbaren Mietwohnungen, eine Genehmigung durch die Behörden, zur Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und deren anschließender Veräußerung, vorzuschalten.

Mieterschutz

Der von der Bundesregierung beschlossene Kündigungsschutz für Mieter, die aufgrund der Coronakrise ihre Mieten nicht zahlen konnten, wird zum Ende des Monats Juni aufgehoben.

Mieter, die aufgrund verschiedener Gründe im Zusammenhang mit der Coronakrise ihre Miete nicht bezahlen konnten, hatten die Möglichkeit, ihre Mietzahlungen für April bis Juni 2020 zurückzustellen, ohne Gefahr zu laufen, gekündigt zu werden.

Dieser besondere Mieterschutz wird zum Ende Juni entfallen. Die ausstehenden Mieten müssen jedoch bis zum Juni 2022 nachgezahlt werden.

Daumen hoch

Auch langfristig steigende Preise auf dem Immobiliensektor.

Eine auf die Zukunft des Immobilienmarktes ausgerichtete Untersuchung der Universität zu Freiburg im Auftrag der Schwäbisch Hall-Stiftung ergab, dass die Immobilienpreise bis zum Jahr 2030 kräftig und darüber hinaus bis ins Jahr 2060 weiter ansteigen werden. 

Die Gründe werden nicht nur in der eigentlichen Wertsteigerung von Immobilienbesitz sondern auch in demografischen und soziologischen Aspekten gesehen. 

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Nachfrage nach Wohnraum, welche die Preissteigerung begründet, aufgrund verschiedener Fakten weiter ansteigen wird. 

Moderne Hochhäuser

Nach neuesten Erhebungen der „Immowelt“, welche die Preise für Bestandswohnungen aus dem Frühjahr 2019 mit den Preisen des aktuellen Frühjahrs (bis April 2020) verglichen hat, steigen die Preise für derartige Immobilien weiterhin stetig an. 

Verglichen wurden Wohnungen mit 40 bis 120 Quadratmetern bis zum Baujahr 2016. Während die Preisanstiege in den teuren Großstädten wie München, Frankfurt und den nordrheinwestfälischen Metropolen Köln und Düsseldorf moderat anstiegen, sind diese in den mittleren Großstädten und Kreisstädten bundesweit deutlich stärker angestiegen. Dies gilt insbesondere auch für ostdeutsche Städte. 

Hotelpool

Während die Bundesregierung und die Landesregierungen ihre Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie langsam lockern, trifft es die Gastronomie und insbesondere die Hotellerie weiterhin schwer.

Zimmervermietungen in Einzelfällen und sehr beschränktes Raumangebot durch Zutritts- und Abstandsregelungen werden die Branchen langfristig belasten. Bis Ende April, so schätzt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, sind bereits Umsatzeinbußen von rund 10 Milliarden Euro anzunehmen. 70.000 Betrieben droht sogar die Insolvenz.

Schild open

Die bereits durchgeführten und geplanten Maßnahmen zur Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen, insbesondere Kontaktsperren und -beschränkungen lassen einen hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft werfen. 

In vielen europäischen Staaten, vor allem dort, wo die Eindämmungsmaßnahmen früh begannen, zeigen diese Maßnahmen erste Erfolge. Erfolge, die die Gesellschaft dringend benötigt.  

Zur gleichen Zeit handeln die Notenbanken rund um den Globus so expansiv wie nie zuvor.